Staatsverschuldung steigt rapide an – vor allem durch implizite Schulden



Staatsverschuldung

Bislang wurde davon ausgegangen, dass es nicht allzu schlecht um die Schulden des deutschen Staates steht. Die festgelegten maximalen 60 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) Schulden sollten eingehalten werden. Dieser Wert ist nun in weite Ferne gerückt. Doch wie kann dem entgegen gewirkt werden und ist ein Ende der Schuldenfalle in Sicht? Wie sehen die Statistiken unserer Nachbarländer aus und gibt es überhaupt noch Länder ohne Schulden?

 Weit über die Grenze hinaus

60 Prozent vom BIP sollen die Schulden eines Landes maximal betragen. Im Fall von Deutschland sind es nun schon 78,4 Prozent. Der abgesprochene Maximalwert ist also bei weitem überschritten. Doch Deutschland steht mit seinen Schulden nicht allein da. Schlusslicht ist Griechenland mit über 175 prozent. Gefolgt von Italien (132,6 Prozent), Portugal (129 Prozent), Irland (123 Prozent) und Zypern mit 111 Prozent. Da stellt sich die Frage, ob es überhaupt noch Länder ohne Staatsverschuldung gibt. Die Antwort lautet nein.

Kein Land ist nicht verschuldet aber einige sind dicht dran

Spitzenreiter im Ranking der am wenigsten verschuldeten Euro-Länder ist Estland mit nur 10 Prozent. Gefolgt von Luxemburg mit 23 Prozent und Lettland mit 38 Prozent. Dies sind auch keine guten Werte aber im Vergleich zum Rest der Euroländer sehen diese Werte gar nicht so schlecht aus.

Hinzu kommen die impliziten Schulden

Als wenn über 78 Prozent Staatsverschuldung nicht schon genug wären, kommen noch weitere Schulden hinzu. Denn es handelt sich bei den 78 Prozent lediglich um die expliziten Schulden. Also die offen ersichtlichen. Nimmt man nun noch die impliziten Schulden hinzu, so kommt man auf eine Gesamtverschuldung von 283 Prozent des Bruttoinlandproduktes.

Was sind implizite Schulden?

Implizite Schulden sind eine Art versteckte Schulden. Sie tauchen nicht wirklich in Bilanzen auf, sind aber da. Hierzu gehören vor allem Schulden aus Rentenversicherungen, Krankenversicherungen und Pflegeversicherungen. Insgesamt kommen hiermit noch einmal 206 Prozent des BIP hinzu.

Demografischer Wandel als Hauptursache

In den nächsten Jahrzehnten wird von Experten ein Rückgang der deutschen Bevölkerung von 82 Millionen auf bis zu 65 Millionen erwartet. Dies liegt vor allem an der niedrigen Geburtenrate. Der Baby-Boom ist schon lange vorbei und auch die vielen Zuwanderer reichen nicht aus, um das Loch zu stopfen. Die Folge sind Defizite bei den Renten-, Kranken- und Pflegeversicherungen. Niemand zahlt mehr ein und immer mehr ältere Menschen müssen versorgt werden. Ein klares Missverhältnis, welches auf kurz oder lang nicht mehr tragbar ist.

Wie können Lösungen aussehen?

Erst einmal müssen Kinder wieder mehr gefördert werden. Zudem müssen junge Paare gerade am Anfang unterstützt werden. Sei es durch Kindergartenplätze, Kitaplätze oder spezielle staatliche Förderungen. Zudem müssen die Rentenkassen stärker gefüllt werden. Bei dem aktuellen Niedrigzinssatz ist das jedoch besonders schwierig. Eine Besserung ist hier nicht in Sicht. Der Zinssatz wird wohl in den nächsten Monaten weiter sinken und gegen 0 tendieren.

Die deutsche Staatsverschuldung droht zu eskalieren. Die demografische Bombe tickt.

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